Spamming Back!

Treating spammers as artists (2007),
Performance, Spam Emails C-Print on Aluminium, 45x30, Galerie Schwartz, Vienna

Spamming Back! ist eine ironische Performance die sich lustvoll mit dem globalen Phänomen der Spam Mails auseinandersetzt. Christoph Schwarz spielt darin den Galeristen Christoph Schwartz, der nach Jahren des Verzweifelns an der zeitgenössische Kunst endlich in Spam Mails eine neue Avantgarde entdeckt hat, die er zu Erfolgen auf dem Kunstmarkt führen will: Die „Neuen Netzwerker“ sind junge, hungrige KünstlerInnen verstreut um den ganzen Globus, die surrealistische Lyrik und Computergraphik kreuzen um stark konsumkritische, ironische Bilder zu produzieren, die einer vollkommen dem Materialismus verfallenen Welt den Spiegel vorhält. Schwartz hat die Spam Mails von Vincent Chang, Elaine Kerlin und Frank Lawson empfangen, als Arbeitsproben gedeutet und in seiner Galerie ausgestellt. Er behandelt die Spammer mit bestem Gewissen als Künstler und Künstlerinnen, und hat schlicht nicht verstanden, wie Spam funktioniert. In diesen Mails sieht Schwartz provokante, werbekritische Konzeptkunstarbeiten, und käme nie auf den Gedanken, dass es sich dabei um banale Massenwerbesendungen handeln könnte. Nach und nach verzweifelt er daran, dass er seine Künstler, die er ja auch sichtlich verkaufen kann, nicht erreicht. Bei jedem erfolgreichen Verkauf versucht Schwartz nun, die jeweiligen Künstler darüber zu informieren, und bietet ihnen eine Exklusivvertretung für Zentral- und Osteuropa an - ohne jemals Rückmeldungen zu bekommen,

Die Performance spielt in der Galerie Schwartz, nach jedem erfolgreichen Ankauf wird ein Polaroid Foto von Schwartz und dem/der SammlerIn bei Übergabe der Bildes gemacht, eingescannt und sofort dem/der KünstlerIn zurückgeschickt. In einem launigen Email, das für die Besucher der Performance auch aufliegt, bietet Schwartz den Kunstschaffenden eine Exklusivvertretung an, und arbeitet dabei mit ähnlich illusorischen Versprechungen, die Spam Mails auszeichnet. Spammer mit ihren ureigenen Strategien zu konfrontieren (Scam Baiting) ist für die Performance „Spamming Back!“ also namensgebendes Prinzip.

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mit: Julian Palacz, Ellie Cooke
Fotos: Kramar

Galerie kunstMARKE / ausstellungsraum.at / Gerhart Scholz
Spamming Back in FM4 Connected 29.12.2007